Stand 22.10.2026Ressourcen

Die EU-KI-Verordnung im Überblick.

Was die Verordnung (EU) 2024/1689 regelt, ab wann welche Pflichten gelten und was das für Unternehmen bedeutet, die KI nutzen. Stand: 22. Oktober 2026.

Keine Rechtsberatung. Diese Seite fasst die Rechtslage allgemein und vereinfacht zusammen. Sie ersetzt nicht die Prüfung Ihres Einzelfalls durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. Stand: 22. Oktober 2026.

Was die Verordnung ist

Die Verordnung (EU) 2024/1689, kurz KI-Verordnung oder AI Act, ist das erste umfassende Gesetz der EU für künstliche Intelligenz. Sie gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Pflichten haben vor allem Anbieter, die KI-Systeme entwickeln oder auf den Markt bringen, und Betreiber, die KI-Systeme in eigener Verantwortung beruflich einsetzen. Wie streng die Regeln sind, hängt vom Risiko eines Einsatzes ab.

Mit der Verordnung (EU) 2026/1744, dem „Digital Omnibus“ zur KI, wurde die KI-Verordnung im Juli 2026 geändert: Die Fristen für Hochrisiko-KI wurden verschoben, die Pflicht zur KI-Kompetenz neu gefasst und neue Verbote ergänzt.

Vier Risikostufen

  • Unannehmbares Risiko – verboten (Art. 5): etwa Social Scoring, manipulative Techniken, die Menschen erheblich schaden, das ungezielte Sammeln von Gesichtsbildern aus dem Internet oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen. Ab dem 2. Dezember 2026 ist auch KI verboten, die ohne Einwilligung intime Darstellungen realer Personen oder Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs erzeugt.
  • Hohes Risiko (Art. 6, Anhänge I und III): KI in sensiblen Bereichen wie Personalauswahl, Bildung, Kreditwürdigkeitsprüfung oder kritischer Infrastruktur sowie KI in Produkten wie Maschinen oder Spielzeug. Hier gelten strenge Anforderungen an Risikomanagement, Daten, Dokumentation, Protokolle und menschliche Aufsicht.
  • Transparenzpflichten (Art. 50): Chatbots müssen als KI erkennbar sein, KI-erzeugte Inhalte maschinenlesbar gekennzeichnet und Deepfakes offengelegt werden.
  • Geringes oder kein Risiko: zum Beispiel Spamfilter oder KI in Videospielen. Dafür sieht die Verordnung keine besonderen Pflichten vor; die Pflicht zur KI-Kompetenz gilt aber beim Einsatz aller KI-Systeme.

Ab wann was gilt.

Die wichtigsten Daten nach Art. 113 der KI-Verordnung in der Fassung des Digital Omnibus.

  1. 1

    1. August 2024

    Die KI-Verordnung tritt in Kraft.

  2. 2

    2. Februar 2025

    Die Verbote (Art. 5) und die Pflicht zur KI-Kompetenz (Art. 4) gelten.

  3. 3

    2. August 2025

    Pflichten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck, etwa großen Sprachmodellen, sowie Regeln zu Behörden und Sanktionen.

  4. 4

    27. Juli 2026

    Der Digital Omnibus, Verordnung (EU) 2026/1744, tritt in Kraft.

  5. 5

    29. Juli 2026

    In Deutschland tritt das Durchführungsgesetz KI-MIG in Kraft; die Bundesnetzagentur wird zentrale Aufsichtsbehörde.

  6. 6

    2. August 2026

    Die Verordnung gilt allgemein, darunter die Transparenzpflichten nach Art. 50.

  7. 7

    2. Dezember 2026

    Neue Verbote zu intimen Deepfakes ohne Einwilligung und zu Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Für generative KI-Systeme, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, endet die Übergangsfrist für die maschinenlesbare Kennzeichnung (Art. 50 Abs. 2).

  8. 8

    2. Dezember 2027

    Anforderungen an Hochrisiko-KI nach Anhang III, etwa im Personalwesen, in der Bildung oder bei der Kreditwürdigkeitsprüfung.

  9. 9

    2. August 2028

    Anforderungen an Hochrisiko-KI nach Anhang I, also in Produkten wie Maschinen, Spielzeug oder Aufzügen.

Was das für Unternehmen bedeutet, die KI nutzen

Wer KI-Systeme in eigener Verantwortung beruflich einsetzt, ist nach der Verordnung Betreiber. Für die meisten Einsätze – Fragen beantworten, Texte entwerfen, Anfragen sortieren – sind diese Punkte am wichtigsten:

KI-Kompetenz (Art. 4)

Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu fördern, die in ihrem Auftrag mit KI-Systemen arbeiten. Dabei zählen Vorwissen, Erfahrung und der Einsatzzweck. Seit der Neufassung durch den Digital Omnibus müssen sie kein bestimmtes Niveau garantieren; die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, bleibt. Sinnvoll ist, Schulungen anzubieten und festzuhalten, wer was gelernt hat.

Transparenz bei Chatbots (Art. 50)

KI-Systeme, die direkt mit Menschen kommunizieren, müssen so gestaltet sein, dass die Menschen erfahren, dass sie mit einer KI interagieren – es sei denn, das ist offensichtlich. Der Hinweis muss spätestens bei der ersten Interaktion klar, eindeutig und barrierefrei erfolgen. Wer Deepfakes erzeugt oder KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse veröffentlicht, muss das offenlegen; bei Texten entfällt das, wenn ein Mensch sie redaktionell geprüft hat und dafür verantwortlich ist.

Menschliche Aufsicht und Dokumentation

Für Hochrisiko-KI verlangt Art. 26 von Betreibern unter anderem: Einsatz nach Betriebsanleitung, menschliche Aufsicht durch Personen mit der nötigen Kompetenz und Befugnis, Überwachung des Betriebs und Aufbewahrung der automatisch erzeugten Protokolle für mindestens sechs Monate. Wer Hochrisiko-KI am Arbeitsplatz einsetzt, informiert vorher die Beschäftigten und ihre Vertretung. Diese Pflichten gelten ab dem 2. Dezember 2027. Auch außerhalb des Hochrisiko-Bereichs sind klare Zuständigkeiten, Freigaben durch Menschen und nachvollziehbare Protokolle gute Praxis.

Aufsicht in Deutschland

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG). Zuständige Marktüberwachungsbehörde ist grundsätzlich die Bundesnetzagentur. Sie ist auch zentrale Anlaufstelle und Beschwerdestelle und informiert Unternehmen über ihren KI-Service-Desk. Für KI-Systeme, die in direktem Zusammenhang mit regulierten Finanzdienstleistungen stehen und von beaufsichtigten Unternehmen eingesetzt werden, ist die BaFin zuständig.

KI.ordo

Wie KI.ordo Sie unterstützt.

KI.ordo nimmt Ihnen die Pflichten nicht ab, erleichtert aber vieles, was die Verordnung von Betreibern erwartet.

  • Akademie: Lernpfade mit Quiz, Admins sehen den Lernfortschritt im Team
  • Freigaben: E-Mails, Beiträge und Ticket-Antworten gehen erst nach Prüfung durch einen Menschen hinaus
  • Quellenangaben in Antworten aus Ihrem Wissen
  • Protokoll jeder Ablauf-Ausführung und Änderungsprotokoll (ab Business)
  • Rollen: Eigentümer, Admin, Bearbeiter, Betrachter
  • Website-Chat mit dem Hinweis „Sie chatten mit einem KI-Assistenten“
  • Betrieb auf Ihrem eigenen Server mit Enterprise
  • Kein Training mit Ihren Daten – nicht bei uns und nach den kommerziellen Bedingungen von Anthropic standardmäßig auch nicht dort

Sicherheit und Datenschutz

Rollen im ArbeitsbereichBeispiel
Eigentümeralles●●●●
AdminTeam, Schlüssel, Einstellungen●●●○
BearbeiterInhalte anlegen●●○○
Betrachterlesen und chatten●○○○

Fragen zur KI-Verordnung.

Gilt die KI-Verordnung auch für kleine Unternehmen, die KI nur nutzen?

Ja. Wer KI beruflich einsetzt, ist Betreiber im Sinne der Verordnung. Für die meisten Einsätze bleiben die Pflichten überschaubar: KI-Kompetenz im Team fördern und bei Chatbots sowie bestimmten KI-Inhalten offenlegen, dass KI im Spiel ist.

Müssen wir unsere Mitarbeitenden schulen?

Art. 4 verlangt Maßnahmen, die die KI-Kompetenz der Beschäftigten fördern, die mit KI arbeiten. Ein bestimmtes Niveau oder ein Zertifikat schreibt die Verordnung nicht vor. Sinnvoll ist, Schulungen zu dokumentieren.

Muss ich kennzeichnen, dass auf meiner Website eine KI antwortet?

Menschen müssen spätestens bei der ersten Interaktion erfahren, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist. Der Website-Chat von KI.ordo zeigt dazu beim Öffnen den Hinweis „Sie chatten mit einem KI-Assistenten“.

Ist der Einsatz von KI.ordo ein Hochrisiko-Einsatz?

Das hängt vom Zweck ab, nicht von der Software. Fragen beantworten oder Texte entwerfen fällt in der Regel nicht darunter; KI zur Auswahl von Bewerbenden oder zur Kreditwürdigkeitsprüfung kann hochriskant sein. Die Bundesnetzagentur bietet ein Online-Werkzeug zur ersten Einschätzung.

Was hat der Digital Omnibus geändert?

Die Verordnung (EU) 2026/1744 gilt seit dem 27. Juli 2026. Sie verschiebt die Pflichten für Hochrisiko-KI auf den 2. Dezember 2027 bzw. 2. August 2028, fasst die Pflicht zur KI-Kompetenz neu, ergänzt neue Verbote und weitet Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen aus.

Wer überwacht die Einhaltung in Deutschland?

Grundsätzlich die Bundesnetzagentur, im Finanzbereich die BaFin. Rechtsgrundlage ist das KI-MIG, in Kraft seit dem 29. Juli 2026.

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